Kirchenmitgliedschaft

Jeder getaufte Christ ist Mitglied der weltweiten Kirche Jesu Christi. Zugleich ist er auch Mitglied einer Kirchengemeinde vor Ort. In Bayern sind evangelische Christen automatisch Mitglieder der Kirchengemeinde, in der sie ihren Wohnsitz begründet haben.

Bisweilen treten Menschen aus der Kirche aus. Ihre Gründe dafür sind vielfältig. Einmal sind sie finanzieller Natur, ein ander Mal fühlt man sich in der angestammten Kirchengemeinde nicht zuhause. Jeder Christ, der der Kirche den Rücken kehrt, ist ein Verlust auch für die Kirchengemeinde.

Mancher Austritt beruht auch auf mangelnden oder fehlerhaften Informationen. Wie die Kirche mit dem ihr zur Verfügung gestellten Geld umgeht, darüber wird öffentlich Rechenschaft abgelegt. Jede Kirchengemeinde legt ihren Haushaltsplan und ihre Jahresrechnung nach der Beschlussfassung durch den Kirchenvorstand zur Einsichtnahme auf. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern veröffentlicht ihre Zahlen im Internet.

Eigene finanzielle Engpässe müssen nicht zu einem Kirchenaustritt führen. Das Kirchensteueramt ist bei Vorliegen nachvollziehbarer Gründe zu Stundungen und ähnlichen Maßnahmen bereit.

Die automatische Mitgliedschaft in einer Kirchengemeinde kann ebenfalls verändert werden. Auf Antrag kann man auch zu einer anderen Kirchengemeinde als der vor Ort gehören.

Wer aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist, kann jederzeit wieder eintreten. Erste Adresse dafür ist die Kirchengemeinde, auf deren Gebiet man wohnt. Man kann aber auch dort in die Kirche eintreten, wo der Entschluss zum Wiedereintritt gewachsen ist, oder an einem anderen Ort. In Nürnberg gibt es außerdem eine Kircheneintrittsstelle, wo man seinen Wiedereintritt erklären kann.

Wer aus seiner bisherigen Kirche austreten will, muss dazu auf dem Standesamt eine entsprechende Erklärung abgeben. Dieser Schritt wird auch nötig, wenn jemand in die evangelische Kirche übertreten will.