Geistlicher Abend am Reformationsfest

Reformationsfest 2016 in AltdorfDer im Vorfeld äußerst kontrovers gesehene Geistliche Abend verlief schließlich in sehr friedlicher Atmosphäre. Die circa 700 Besucher, unter ihnen eine größere Zahl muslimischer Gäste, konnten in seinem ersten Teil einen festlichen und theologisch aussagekräftigen Gottesdienst erleben.

Dekan Jörg Breu verwies in seiner Predigt auf die vier reformatorischen Grundsätze (allein durch den Glauben – allein durch Gottes Gnade – allein durch Christus – allein durch die Schrift) und strich heraus, dass der alttestamentliche Abraham für den Apostel Paulus und auch für Martin Luther als hervorragender Zeuge für ein Leben aus dem Glauben auf den gnädigen Gott gelte. Die drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam verstehe er als Läufer in einem Stadion, die alle auf dem Weg zum Ziel darin wetteiferten, „wer mehr Menschen rettet, wer stärker für den Frieden eintritt, wer dem Schwert in den Arm fällt und liebend lebt gegen den Hass“, so der Dekan. Hier geht es zur Predigt im vollen Wortlaut.

Nach dem von Bezirksposaunenchor und Dekanatskantorin Almut Peiffer musiksalisch anspruchsvoll gestalteten Gottesdienst sprach Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland zu dem Thema „Christen und Muslime, gemeinsam für Barmherzigkeit und Nächstenliebe – Was ich mir von Christen erhoffe.“ Mazyek betonte gleich zu Beginn seiner Rede, dass Islam Friede bedeute und dass jeder Muslim angehalten sei, mit Gott, seinen Mitmenschen und sich selber in Frieden zu leben. Deutlich distanzierte er sich von allen, die den Dschihad als heiligen Krieg mit dem Töten unschuldiger Menschen verstehen würden. „Das Virus menschlicher Zerstörungswut müssen wir zurückdrängen, ob im Gewande des Rassismus, des religiösen Extremismus oder politischen Fundamentalismus. Und besonders wir Muslime haben ein vitales Interesse, dem religiösen Extremismus entgegenzutreten.“ Hier geht es zur Rede im vollen Wortlaut.

Der geistliche Abend endete mit ...einem Empfang in der Kirche, bei dem es Gelegenheit gab, einander zu begegnen und weiter ins Gespräch zu kommen.

Hier geht es zu einem ausführlichen Bericht in der Heimatzeitung „Der Bote“. (Bildnachweis: "Der Bote" mit freundlicher Genehmigung)